Virologie

Virale Infektionskrankheiten

Marinomed entwickelt antivirale Therapien auf Basis von Iota-Carrageen zur Behandlung schwerer Virusinfektionen, für die es derzeit keine adäquaten Behandlungsmöglichkeiten gibt.

Virale Pneumonie

Krankheitsbeschreibung und Belastung durch die Krankheit

Infektionen der unteren Atemwege gehören zu den Top 5 der häufigsten Todesursachen und gehören laut WHO zu den übertragbaren Krankheiten mit der höchsten Todesrate. Zu den vulnerablen Gruppen zählen sehr junge sowie sehr alte Patienten und Patienten mit chronischen Vorerkrankungen; unabhängig davon, mit welcher Virusfamilie sie infiziert sind.

 

Inzidenz / Prävalenz

Ambulant erworbene Pneumonien sind eine der Hauptursachen für Krankenhauseinweisungen bei Erwachsenen und Kindern in den USA mit einer jährlichen Gesamtinzidenz von 15,7/10.000 Kindern bzw. 24,8/10.000 Erwachsenen. Dadurch entstehen in den USA jährlich Gesundheitsausgaben von mehr als 10 Mrd. USD (vor COVID-19).

Atemwegsviren tragen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern wesentlich zur Entstehung einer Lungenentzündung bei und werden bei systematischer Untersuchung häufiger nachgewiesen als Bakterien. Die am häufigsten nachgewiesenen Atemwegsviren bei Erwachsenen und Kindern sind Adenoviren, Coronaviren, humane Metapneumoviren, humane Rhinoviren, Influenzaviren, Parainfluenzaviren und Respiratorische Synzytial-Viren (RSV).

Aktueller Therapiestandard

Derzeit verfügbare Virostatika gegen Atemwegsviren sind nur zur Behandlung von Influenza und SARS-CoV-2 zugelassen. Es gibt also keine breit wirksame antivirale Medikation für Atemwegserkrankungen. Darüber hinaus können die zur Zeit verfügbaren Virostatika anfällig für Virusresistenzen sein, müssen intravenös verabreicht werden, weisen eine Reihe von Arzneimittelwechselwirkungen auf oder sind möglicherweise nicht für alle Zielgruppen einschließlich Kleinkindern und schwangeren Frauen geeignet.

 

Neuer antiviraler Wirkstoffkandidat für unerfüllten medizinischen Bedarf

Die klinische Entwicklung unseres ersten antiviralen Wirkstoffkandidaten auf Basis von Iota-Carrageen ist bereits im Gange. Aufgrund des jüngsten SARS-CoV-2-Ausbruchs und des nachgewiesenen Potenzials von Iota-Carrageen gegen dieses Virus und seine besorgniserregenden Varianten wird derzeit in mehreren Kliniken in Österreich eine Formulierung zur Inhalation gegen virale Lungenentzündung bei hospitalisierten COVID-19-Patienten getestet. In den letzten Jahren wurden die antiviralen Eigenschaften von Iota-Carrageen in zahlreichen Studien von Marinomed und anderen wissenschaftlichen Gruppen nachgewiesen.

Aufgrund seines einzigartigen Wirkmechanismus hat Iota-Carrageen das Potenzial, eine Vielzahl von verschiedenen Viren zu neutralisieren.

Dies ist eine Eigenschaft, die für antivirale Behandlungen bei Atemwegsinfektionen gefordert wird, um besser auf zukünftige Pandemien vorbereitet zu sein. Diese Forderung wird u.a. von Gruppen wie dem U.S. National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), der deutschen Leopoldina oder der kürzlichen gegründeten Pandemic Antiviral Discovery (PAD) Initiative (unterstützt z.B. von der Bill & Melinda Gates Foundation) befürwortet.